Es ist unsere letzte Woche der Saison.
Am Samstag schlieĂen wir â und mit jedem Tag wird der INSELWiNKEL ein bisschen leerer.
Die Regale lichten sich, die KĂ€setheke wird ĂŒbersichtlicher, und drauĂen auf der Insel kehrt diese besondere Stille ein, die nur der Winter kennt.
Wir bleiben hier.
Viele GĂ€ste fragen uns in diesen Tagen, ob wir im Winter aufs Festland ziehen.
Nein â wir sind hier fest verwurzelt. Unser Sohn geht hier in den Kindergarten, unsere Freund*innen leben hier, unser Alltag spielt sich hier ab.
Wir leben nicht nur auf der Insel. Wir leben mit ihr. đ
đ Eine Saison ist kein Sprint
33.600 Kassenkontakte â so steht es in unserer Statistik.
33.600 Mal âMoinâ, 33.600 kleine Begegnungen, GesprĂ€che, LĂ€cheln.
Hinter jeder Zahl steckt ein Moment, ein Mensch, eine Geschichte.
Eine Inselsaison ist kein Sprint. Sie ist ein Marathon.
Man improvisiert, organisiert, trÀgt, lÀchelt, hÀlt durch.
Und irgendwann merkt man: Die Energie ist aufgebraucht â Zeit zum Regenerieren.
Im Sommer betreten tÀglich 200 bis 300 Menschen den INSELWiNKEL, jetzt im Herbst sind es vielleicht noch 40 bis 60.
Und auch wenn es ruhiger wird, bedeutet das nicht automatisch, dass man entspannter ist.
Im Gegenteil: Man kĂ€mpft mit MĂŒdigkeit, zĂ€hlt die Tage bis zur Pause und versucht trotzdem, freundlich, prĂ€sent und aufmerksam zu bleiben.
WĂ€hrend man kassiert, denkt man innerlich schon an Inventur, Steuerunterlagen und all die To-dos, die sich ĂŒber die Saison angesammelt haben.
Diese letzten Tage sind kein sanftes Ausgleiten â sie sind Konzentration bis zum Schluss.
Man funktioniert, weil man weiĂ: Bald ist Pause.
đ· RĂŒckblick mit Nieselregen und Wein
Die Insel hatte in diesem Jahr rund acht Prozent weniger GĂ€ste als im Vorjahr.
Und trotzdem konnten wir unseren Umsatz halten â dank euch.
Ein Grund war sicher, dass wir ab September die WiNKELBAR wieder geöffnet haben.
Und das war goldrichtig.
Mittlerweile sorgt sie fĂŒr rund zehn Prozent unseres monatlichen Umsatzes â und schenkt uns nicht nur Sicherheit, sondern viele Lieblingsmomente.
Ich hÀtte ehrlich nie gedacht, dass die WiNKELBAR auch bei Regen so gut funktioniert.
Ich war sicher: Bei Nieselwetter trinkt doch niemand drauĂen ein Glas Wein.
Aber ich wurde eines Besseren belehrt â unter unseren Schirmen machen es sich die Menschen auch im Regen gemĂŒtlich.
Man spĂŒrt dieses besondere InselgefĂŒhl: entschleunigt, unaufgeregt, einfach da.
Und genau das ist es, was die WiNKELBAR so besonders macht.
Sie schafft eine andere Verbindung zu unseren Kund*innen â unmittelbarer, entspannter, persönlicher.
Im INSELWiNKEL herrscht oft Bewegung, Entscheidungen, Betrieb.
An der WiNKELBAR dagegen entstehen Begegnungen: ein LÀcheln, ein GesprÀch, ein Moment, der bleibt.
Wenn zwei Menschen bei leichtem Nieselregen drauĂen sitzen, Wein trinken und lachen, dann wissen wir: Sie fĂŒhlen sich wohl.
Und genau darum machen wir das.
FĂŒr 2026 steht fest: Die WiNKELBAR bleibt von Anfang an dabei.
Wir sind bereit â und freuen uns schon jetzt auf den ersten eingeschenkten Abend. đ·
đ§ 70 Sorten KĂ€se â und kein Gramm zu viel
Bis zum letzten Ăffnungstag mĂŒssen unsere rund 70 KĂ€sesorten verkauft sein.
Denn was nicht gegessen wird, darf nicht in die Winterpause.
Wir arbeiten mit Lebensmitteln, die ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben â und das verlangt PrĂ€zision, Erfahrung und BauchgefĂŒhl.
Lisa ist dabei mein absoluter Bestellprofi.
FrĂŒher war es unter anderem ihr Job bei IKEA Deutschland, dafĂŒr zu sorgen, dass ein Einrichtungshaus immer genug Ware hat â
aber eben auch nicht zu viel Kapital im Lager liegt.
Dieses GefĂŒhl fĂŒr Balance, Planung und Timing hilft uns heute enorm.
Ich könnte das nicht so gut â und bin jeden Tag froh, dass sie das kann.
Dass unsere Liköre und Gins unbegrenzt haltbar sind, ist da fast Luxus.
Ein kleiner Trost im Planungswahnsinn.
đŠïž Wenn Wetter und Wirtschaft mitreden
Ab den Herbstferien muss jede Bestellung sitzen.
Was im August Renner ist, bleibt im Oktober plötzlich liegen.
Und dann kommt das Wetter:
Ein grauer Regentag kann Gold wert sein â wenn die GĂ€ste drinnen sitzen, Wein trinken, KĂ€se essen, genieĂen.
Aber zu viel Regen â und keiner kommt.
Deshalb setzen wir heute stÀrker auf Produkte, die auch mit nach Hause reisen können:
unsere preisgekrönten Liköre, kleine Insel-Mitbringsel und Dinge, die das Spiekeroog-GefĂŒhl in den Koffer packen.
đźđš Wenn der Körper auf Pause schaltet
Nach acht Monaten Dauerbetrieb lÀuft man auf Reserve.
Und jedes Jahr dasselbe Ritual:
Zwei Tage nach dem letzten Verkaufstag â krank.
Der Körper weià genau, wann er darf.
Dann kommen die ErkĂ€ltungen, die MĂŒdigkeit, die Leere.
Und das ist in Ordnung so.
đ§č Wenn die TĂŒren schlieĂen
Ist der letzte KĂ€se verkauft und die TĂŒr abgeschlossen, folgt der Nachlauf:
Putzen, AufrĂ€umen, Inventur, letzte Rechnungen.Â
Erst dann ist wirklich Winterpause.
đ Wieder Zeit fĂŒr uns
Eine Saison im INSELWiNKEL bedeutet: 6œ Tage Woche, sieben Monate lang.
Da bleibt vieles auf der Strecke â gemeinsame Zeit, GesprĂ€che, FrĂŒhstĂŒcke, SpaziergĂ€nge.
Wenn der Laden geschlossen ist, kommt das Leben zurĂŒck:
Zeit fĂŒreinander, gemeinsame Zeit mit unseren Sohn, Zeit ohne Uhr.
Man merkt erst dann, wie sehr man das gebraucht hat.
Und man hat endlich wieder Momente, die im Sommer undenkbar sind:
Ein Kindergeburtstag am Nachmittag, gemeinsames FrĂŒhstĂŒck, ein Spaziergang am Strand, ohne an Ăffnungszeiten zu denken.
Diese kleinen Dinge geben uns das GefĂŒhl zurĂŒck, wirklich zu leben â nicht nur zu funktionieren.
Und natĂŒrlich trifft man auch wieder andere Insulaner*innen, hat Zeit fĂŒr einen Kaffee, fĂŒr GesprĂ€che, fĂŒr Lachen.
Diese Begegnungen sind das eigentliche Fundament unserer Inselgemeinschaft.
đȘ Körper, Kopf und Gleichgewicht
Ich habe dieses Jahr etwas getan, was ich frĂŒher fĂŒr ĂŒberflĂŒssig hielt:
Ich bin wieder ins Fitnessstudio gegangen.
Nicht fĂŒr die Optik â fĂŒr die Kraft.
Ab 40 merkt man, dass Energie keine SelbstverstÀndlichkeit ist.
Man braucht sie, wenn im MĂ€rz das Licht im Laden wieder angeht.
đ§Ÿ Was es heiĂt, Einzelunternehmer zu sein
SelbststĂ€ndig zu sein bedeutet, alles zu tragen â auch das, was hinter den Kulissen passiert.
Nach der Saison heiĂt das: RĂŒcklagen bilden, Reparaturen planen, Angebote einholen, Entscheidungen treffen.
Der Sommer ist unser Winterspeck â und der muss reichen.
Was wir in den vollen Monaten erwirtschaften, trÀgt uns durch die ruhige Zeit.
Es gibt keine monatliche Sicherheit, keine Pauschale, die weiterlÀuft, wenn der Laden zu ist.
Alles, was wir in der Saison aufbauen, ist das Fundament fĂŒr den Winter.
Letzte Woche zum Beispiel: ein undichtes Dach.
Plane drauf, Angebote eingeholt, Dachdecker ausgebucht.
Das ist RealitĂ€t â nicht romantisch, aber Teil des Ganzen.
đ Warum wir ĂŒber Weihnachten geschlossen bleiben
Wir werden oft gefragt, ob wir ĂŒber Weihnachten öffnen.
Die Antwort: Nein â ganz bewusst.
Unsere Familien leben am Festland â und im Sommer sehen wir sie kaum.
Zwischen FÀhren, GeschÀft, GÀsten und Terminen bleibt einfach keine Zeit.
Deshalb nutzen wir die Wochen rund um Weihnachten, um Familie und Freund*innen zu besuchen, gemeinsam zu essen, zu feiern, einfach beisammen zu sein.
Diese Zeit ist unbezahlbar.
Sie gibt uns Kraft, NĂ€he und das GefĂŒhl, dass sich alles MĂŒhen lohnt.
Deswegen bleibt der INSELWiNKEL ĂŒber Weihnachten geschlossen â aus Liebe, nicht aus Bequemlichkeit oder Reichtum. đ
đ Wieder lernen, nichts zu tun
Nichts zu tun â das will gelernt sein.
Im Sommer sprudeln Ideen, im Winter muss man lernen, sie ziehen zu lassen.
Ich weiĂ nicht, ob ich es schon erwĂ€hnt habe â aber ich selbst muss jedes Jahr aufs Neue ĂŒben, wirklich abzuschalten.
Nicht gleich der nÀchsten Idee hinterherzudenken, sondern mich einfach mal auf ein Buch einzulassen.
Das fĂ€llt mir erstaunlich schwer â aber genau das ist mein Ziel fĂŒr die Wintermonate.
Ein Buch lesen, ohne dass der Kopf schon wieder PlĂ€ne schmiedet â das ist fĂŒr mich die schwierigste und schönste Form von Pause.
đ Ausblick auf 2026
FĂŒr 2026 wĂŒnschen wir uns vor allem eines: StabilitĂ€t und Klarheit.
Wir wollen den INSELWiNKEL weiter festigen â wirtschaftlich und strukturell â damit er das bleibt, was er ist: ein Ort mit Seele.
Die Winterpause ist unsere Werkstatt.
Hier entstehen neue Produkte, Texte, Fotos, Verpackungen.
Wir tĂŒfteln, testen, verwerfen, verbessern â bis es wieder nach INSELWiNKEL riecht: nach KĂ€se, Likör und Aufbruch.
Und ganz persönlich:
Ich habe in dieser Saison die Lust am Schreiben wiederentdeckt â und vielleicht kommt im nĂ€chsten Jahr noch etwas mehr dazu.
Dieser Blog ist fĂŒr mich mehr geworden als ein RĂŒckblick auf unser GeschĂ€ft.
Er ist ein StĂŒck Inselalltag, geteilt mit euch.
Vielen lieben Dank fĂŒr eure UnterstĂŒtzung, fĂŒr die vielen positiven GesprĂ€che â und auch fĂŒr die RĂŒckmeldungen zu diesem Blog.
Ihr seid der Grund, warum wir das hier mit so viel Herz machen. đ


7 Kommentare
Dorothea Honefeld
Moin,
wĂŒnsche euch eine wunderschöne Winterzeit , genieĂt eure kleine Familie und euren Inselalltag.
Liebe GrĂŒĂe auf eure winterliche Insel
Moin,
wĂŒnsche euch eine wunderschöne Winterzeit , genieĂt eure kleine Familie und euren Inselalltag.
Liebe GrĂŒĂe auf eure winterliche Insel
Bernd Kopitzke- RoĂ
Vielen lieben Dank fĂŒr den Blick hinter die Kulissen des Inselwinkels und ihres Lebens. Ich wĂŒnsche ihnen entspannte Stunden bis in den MĂ€rz ohne weitere Ăberraschungen am GebĂ€ude und einen baldigen Besuch des Dachdeckers.
Vielen lieben Dank fĂŒr den Blick hinter die Kulissen des Inselwinkels und ihres Lebens. Ich wĂŒnsche ihnen entspannte Stunden bis in den MĂ€rz ohne weitere Ăberraschungen am GebĂ€ude und einen baldigen Besuch des Dachdeckers.
Marion LĂŒrig
Moin Andreas, dein Blog hat uns die Insel und euer Leben dort ĂŒberraschenderweise nochmal nĂ€her gebracht, du schreibst so menschlich, es liest sich richtig gut. Mehr davon!
Dir und deiner Familie wĂŒnschen wir eine gute Zeit â bis zum nĂ€chsten Jahr, wir freuen uns schonâŠ
Heiner und Mari
Moin Andreas, dein Blog hat uns die Insel und euer Leben dort ĂŒberraschenderweise nochmal nĂ€her gebracht, du schreibst so menschlich, es liest sich richtig gut. Mehr davon!
Dir und deiner Familie wĂŒnschen wir eine gute Zeit â bis zum nĂ€chsten Jahr, wir freuen uns schonâŠ
Heiner und Mari
Manuela Höing
Dankeschön, fĂŒr die ehrliche Worte, wir genieĂen es bei euch einzukaufen , die Winkelbarbar war ein Highlight unseres Urlaubes, tankt Energie in der freien Zeit , genieĂt das Treffen mit euren Lieben , wir freuen uns auf nĂ€chstes Jahr wo es umgekehrt ist ,wir tanken Energie und schöne Momente fĂŒr die restliche Zeit mit den Herausforderungen die auf uns warten.
Auf bald
Manuela Höing
Dankeschön, fĂŒr die ehrliche Worte, wir genieĂen es bei euch einzukaufen , die Winkelbarbar war ein Highlight unseres Urlaubes, tankt Energie in der freien Zeit , genieĂt das Treffen mit euren Lieben , wir freuen uns auf nĂ€chstes Jahr wo es umgekehrt ist ,wir tanken Energie und schöne Momente fĂŒr die restliche Zeit mit den Herausforderungen die auf uns warten.
Auf bald
Manuela Höing
WERNER
Hallo ihr Drei, die bald eintretende Ruhe sei euch herzlich gegönnt. Ihr macht einen tollen Job und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen!
Werner
Hallo ihr Drei, die bald eintretende Ruhe sei euch herzlich gegönnt. Ihr macht einen tollen Job und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen!
Werner
Georg
Was fĂŒr tolle Einblicke in euren Inselalltag. Ihr macht einen super Job und habt euch die Auszeit wahrlich verdient. 2 x im Jahr Spiekeroog heiĂt 2 x im Jahr Kunde bei euch seien zu dĂŒrfen. Der âMeersalz Lakritz Likörâ, der âSalzige Karamell Likörâ und natĂŒrlich der InselGin sind meine Heighleits bei Euch. (Gott sei Dank gibtÂŽs die im Online Shop).
Ich freu mich schon auf die erste MĂ€rzwoche 2026 (hoffentlich habt ihr dann schon geöffnet?). Euch dreien wĂŒnsche ich alles Gute und erholsame Feiertage mit Familie und Freund*innen.
LG Georg
Was fĂŒr tolle Einblicke in euren Inselalltag. Ihr macht einen super Job und habt euch die Auszeit wahrlich verdient. 2 x im Jahr Spiekeroog heiĂt 2 x im Jahr Kunde bei euch seien zu dĂŒrfen. Der âMeersalz Lakritz Likörâ, der âSalzige Karamell Likörâ und natĂŒrlich der InselGin sind meine Heighleits bei Euch. (Gott sei Dank gibtÂŽs die im Online Shop).
Ich freu mich schon auf die erste MĂ€rzwoche 2026 (hoffentlich habt ihr dann schon geöffnet?). Euch dreien wĂŒnsche ich alles Gute und erholsame Feiertage mit Familie und Freund*innen.
LG Georg
Hartmut Braune
Danke, Lisa & Andreas, fĂŒr eine weitere Saison mit dem Inselwinkel, und auch fĂŒr viele interessante Einblicke hier im Blog!
LG, Hartmut
Danke, Lisa & Andreas, fĂŒr eine weitere Saison mit dem Inselwinkel, und auch fĂŒr viele interessante Einblicke hier im Blog!
LG, Hartmut